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Praxisübernahme: bestehende Strukturen richtig bewerten

Ein eingeführter Patientenstamm ist viel wert, ein veralteter Serverschrank kostet. Wir prüfen die Praxis, die Sie übernehmen wollen, bevor Sie unterschreiben.

  • Praxisbewertung und Kaufpreisprüfung
  • Due Diligence auch für IT und Verträge
  • Übergabe ohne Bruch im Praxisbetrieb

Von der Einzelpraxis bis zur Klinik: über 500 Einrichtungen vertrauen uns.

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Was die Praxis wirklich wert ist

Der geforderte Preis und der tatsächliche Wert liegen oft auseinander. Entscheidend ist, was nach der Übernahme an Umsatz übrig bleibt, nicht was in der Vergangenheit erwirtschaftet wurde.

  • Bewertung nach anerkannten Verfahren statt nach Bauchgefühl
  • Prüfung von Scheinzahlen, Leistungsspektrum und Abrechnungsstruktur
  • Bewertung des Inventars, oft ist es weniger wert als angesetzt
  • Einschätzung, wie viele Patienten dem Wechsel folgen
Erstgespräch anfragen
Ärztin am Praxisrechner
Ärztin mit Tablet in der Klinik

Due Diligence bis in den Serverschrank

Mietvertrag, Personal, Geräte, Software: Vieles wird erst nach der Unterschrift zum Thema. Wir schauen vorher hin, besonders bei der IT, denn dort schlummern die teuersten Überraschungen.

  • Prüfung von Miet-, Arbeits- und Wartungsverträgen auf Übertragbarkeit
  • IT-Bestandsaufnahme: Alter der Systeme, Lizenzen, Datenschutz, offene Investitionen
  • Kontrolle der Telematik-Anbindung und der PVS-Lizenzsituation
  • Klare Liste, was Sie nach der Übernahme sofort investieren müssen
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Sprechen Sie mit einem Praxis-IT-Experten

Schildern Sie uns kurz Ihre Situation, wir melden uns mit einer ehrlichen Ersteinschätzung und den nächsten sinnvollen Schritten für Ihre Einrichtung.

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Ihr Ansprechpartner für Ihre Praxis-IT

+49 (0) 69 348667150

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Finanzierung und Vertrag

Banken finanzieren Übernahmen gern, wenn die Zahlen belastbar sind. Der Kaufvertrag entscheidet danach darüber, wer welche Risiken trägt.

  • Finanzierungskonzept mit mehreren Banken verglichen
  • Aufbereitung der Unterlagen aus der Due Diligence für die Bank
  • Abstimmung der Vertragspunkte mit Ihrem Anwalt und Steuerberater
  • Regelungen zu Gewährleistung, Wettbewerbsverbot und Übergabezeitraum
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Übergabe ohne Bruch

Patienten und Personal merken sofort, wenn eine Übernahme holprig läuft. Die ersten Wochen entscheiden darüber, wie viele bleiben.

  • Übergabeplan mit gemeinsamer Phase, wenn der Abgeber es mitträgt
  • Team frühzeitig eingebunden statt vor vollendete Tatsachen gestellt
  • IT-Umstellung außerhalb der Sprechzeiten, Daten vollständig migriert
  • Kommunikation an Patienten und Zuweiser vorbereitet
Support kennenlernen

Verlässlichkeit in Zahlen

Seit über einem Jahrzehnt betreiben wir die IT medizinischer Einrichtungen in ganz Deutschland, von der Einzelpraxis bis zur Klinik. Diese Zahlen stehen dafür.

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500+betreute medizinische Einrichtungen in ganz Deutschland
24/7Support und Notfallhilfe, digital und vor Ort
4-fachzertifiziert, u. a. nach § 75b SGB V und BDSG/DSGVO
100 %positive Kundenbewertungen auf Google

Alle Bausteine Ihrer Praxisübernahme

Von der Suche bis zum ersten eigenen Sprechtag: Diese Themen entscheiden darüber, ob die Übernahme trägt.

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Praxissuche & Auswahl

Passende Objekte finden und aussortieren, was nicht zu Ihnen passt.

  • Suche über KV-Börsen & Netzwerk
  • Erstbewertung mehrerer Objekte
  • Fachrichtung & Standort abgeglichen

Praxisbewertung

Was ist die Praxis wert, was ist sie Ihnen wert?

  • Bewertung nach anerkannten Verfahren
  • Prüfung der Abrechnungszahlen
  • Inventar realistisch angesetzt

Due Diligence

Verträge, Personal, Technik: prüfen, bevor unterschrieben wird.

  • Miet- & Arbeitsverträge geprüft
  • IT- & Lizenzbestand aufgenommen
  • Investitionsstau sichtbar gemacht

Finanzierung

Konditionen vergleichen und die Bank überzeugen.

  • Mehrere Finanzierer verglichen
  • Unterlagen bankfähig aufbereitet
  • Begleitung ins Bankgespräch

Vertrag & Verhandlung

Der Kaufvertrag regelt, wer welche Risiken trägt.

  • Verhandlungsstrategie & Preisargumente
  • Abstimmung mit Anwalt & Steuerberater
  • Gewährleistung & Übergabezeitraum

Zulassung & Nachbesetzung

Das Nachbesetzungsverfahren hat eigene Regeln und Fristen.

  • Ablauf & Fristen im Blick
  • Ausschreibung über die KV
  • Anstellung als Alternative geprüft

IT-Übernahme

Bestehende Systeme prüfen, modernisieren oder ersetzen.

  • PVS übernehmen oder wechseln
  • TI-Anbindung & Zertifikate geklärt
  • Datenmigration rechtssicher

Übergabe & Team

Patienten und Personal durch den Wechsel begleiten.

  • Übergabeplan mit dem Abgeber
  • Team frühzeitig eingebunden
  • Kommunikation an Patienten

Praxis-IT, auf die Ärzte vertrauen

Referenzfoto folgt in Framer
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Was für Ihre Übernahme gilt

Eine Einzelpraxis zu übernehmen ist etwas anderes, als in eine BAG einzusteigen oder eine Praxis in ein MVZ zu überführen.

Passende Stufe finden

Einzelpraxis übernehmen

Der klassische Einstieg

  • Bewertung, Due Diligence und Finanzierung aus einer Hand
  • IT-Bestand geprüft und, wo nötig, modernisiert
  • Begleitung durch das Nachbesetzungsverfahren
  • Gesellschaftsvertrag und Anteilsbewertung geprüft

Einstieg in eine BAG

Übernahme von Anteilen

  • Bestehende Strukturen und Abläufe bewertet
  • Abstimmung mit den künftigen Partnern
  • Mehrere Praxen bewertet und integriert
  • Standortübergreifende IT und einheitliches PVS

Unsere Leistungsmodelle

Drei Wege zur Zusammenarbeit. Sie entscheiden, wie viel Sie selbst übernehmen und wo wir Verantwortung tragen.

Unverbindlich beraten lassen

Projektumsetzung

Ein konkreter Auftrag mit Festpreis: etwa Bewertung und Due Diligence einer Praxis, die Sie ins Auge gefasst haben.

  • Praxisbewertung mit Bericht
  • IT- & Vertrags-Due-Diligence
  • Investitionsliste für die Zeit danach

Übernahmebegleitung

Wir begleiten den gesamten Prozess von der Suche bis zur Übergabe und halten Ihnen den Rücken frei.

  • Objektsuche & Vorauswahl
  • Verhandlung & Finanzierung begleitet
  • Übergabe und IT-Umstellung gesteuert

Punktuelle Beratung

Sie führen die Verhandlung selbst und holen uns gezielt zu einzelnen Fragen dazu.

  • Zweitmeinung zum Kaufpreis
  • Prüfung einzelner Verträge
  • IT-Bestandsaufnahme separat

In 4 Schritten zur übernommenen Praxis

Von der ersten Besichtigung bis zum eigenen Praxisschild vergehen meist sechs bis zwölf Monate.

1

Suchprofil & Vorauswahl

Wir klären, was Sie suchen, und sortieren die Objekte aus, die daran vorbeigehen.

2

Bewertung & Due Diligence

Zahlen, Verträge und Technik werden geprüft, bevor über den Preis gesprochen wird.

3

Verhandlung & Finanzierung

Der Kaufpreis wird begründet verhandelt, die Finanzierung parallel aufgesetzt.

4

Übergabe & Neustart

Die Praxis wechselt den Inhaber, ohne dass Patienten und Team den Bruch spüren.

Praxisübernahme leicht gemacht: Der Leitfaden für Ärztinnen, Therapeuten und andere Heilberufe

1. Einführung & Grundlagen

Die Übernahme einer bestehenden Praxis – gleich ob Haus-, Zahn-, Physio- oder Psychotherapiepraxis – ist ein spannendes, zugleich vielschichtiges Vorhaben. Viele Kolleg*innen haben diesen Schritt bereits erfolgreich vollzogen oder stehen kurz davor und fragen sich, ob eine Praxisübernahme sie langfristig weiterbringt. Unabhängig davon, ob Sie eine gesamte Praxis oder lediglich einen KV-Sitz erwerben: Gründliche Planung und ein fundiertes Verständnis aller Schritte sind entscheidend.

Dieser Leitdfaden gibt einen strukturierten Überblick über alle Themen, die bei einer Praxisübernahme für Ärzte und andere Heilberufe relevant sind. Wir beleuchten rechtliche Fragen, zeigen Wege zur Kosten- und Finanzierungsplanung und erklären, wie Sie einen KV-Sitz – z. B. über die KV-Börse Bayern oder die KV Nordrhein Praxisbörse – erwerben. Außerdem erfahren Sie, wie Sie den Praxiswert ermitteln, Verträge rechtssicher ausgestalten und fachrichtungsspezifische Besonderheiten berücksichtigen. Auch die Frage, welche Punkte bei einer altersbedingten Praxisschließung wichtig sind, kommt zur Sprache.

1.1 Warum lohnt sich eine Praxisübernahme?

Sie profitieren von einer bestehenden Patientenkartei, eingespieltem Personal und einem etablierten Ruf am Standort. Voraussetzung ist jedoch, Stolpersteine frühzeitig zu erkennen und auszuräumen.

Wichtige Begrifflichkeiten und Ziele

  • Praxisübernahme: Erwerb einer etablierten Praxis inklusive Ausstattung, Patientenstamm und Mitarbeitenden.

  • Kassensitz / KV-Sitz: Zulassung zur vertragsärztlichen oder vertragspsychotherapeutischen Tätigkeit.

  • Abschreibung Praxiswert: Möglichkeiten, den Kaufpreis steuerlich geltend zu machen.

  • Kassenzulassung: Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung oder andere Stellen, um gesetzlich Versicherte behandeln zu dürfen.

In den folgenden Abschnitten gehen wir Schritt für Schritt auf alle relevanten Themen ein und liefern praxisnahe Empfehlungen. Ziel ist es, Ihnen eine solide Basis zu bieten, damit Ihre Praxisübernahme erfolgreich gelingt.

2. Kosten & Finanzierung

Die finanziellen Aspekte sind häufig der größte Knackpunkt bei einer Praxisübernahme. Ob Kosten für den Kauf eines KV-Sitzes, die Investition in medizinische Geräte oder laufende Betriebskosten: Eine gründliche Vorbereitung erleichtert den Start und beugt finanziellen Engpässen vor.

2.1 Ermittlung der Kosten

Verschaffen Sie sich zunächst einen vollständigen Überblick über alle Kostenposten:

  • Kauf- bzw. Übernahmepreis: Preis für die Praxis; stark abhängig von Fachgebiet (Allgemeinmedizin, Radiologie, Zahnmedizin …), Standort und Umsatz.

  • Praxiswert & Abschreibung: Wert von Ausstattung, Apparaten und Patientenstamm; steuerlich über die Praxiswert-Abschreibung nutzbar.

  • Notarkosten & Gebühren: Kaufverträge, ggf. Handelsregister, Muster- oder Arbeitsverträge.

  • Renovierung & Modernisierung: Zusätzliche Kosten bei baulich veralteten Praxen.

  • Personalübernahme: Höhere Personalkosten beim Übergang, Abfindungen oder neue Verträge.

  • Kassensitz kaufen (Preis): Separater Kaufpreis für einen KV-Sitz; stark schwankend je nach Zulassungsbezirk (z. B. KV Bayern, KV Nordrhein).

  • Laufende Fixkosten: Miete, Versicherungen, Sachmittel, Softwarelizenzen (Praxisverwaltung), Wareneinkauf, Leasingverträge für Großgeräte usw.

Merke: Eine praxisnahe Kalkulation verhindert finanzielle Überraschungen.

2.2 Finanzierungsmöglichkeiten

Bei Praxisübernahmen setzen Ärzt*innen und andere Heilberufler häufig auf klassische Bankkredite. Typische Anlaufstellen: Apobank (spezialisiert auf Heilberufe), regionale Volksbanken oder Sparkassen sowie der KfW-Kredit Praxisübernahme. Wichtige Konzepte:

  • Eigenkapital: Eigenmittel verbessern Kreditkonditionen.

  • Förderprogramme: Zuschüsse für ländliche oder unterversorgte Regionen.

  • Bürgschaften: Einige KVen (z. B. KV Bayern) unterstützen junge Ärzt*innen mit Bürgschaften.

  • Tilgungsfreie Zeiträume: Banken gewähren oft tilgungsfreie Startphasen, damit Sie sich auf den Praxisaufbau konzentrieren können.

2.3 Finanzplan und Umsatzprognose

Ein solider Finanzplan umfasst:

  • Anschaffungs- und Übernahmekosten (Praxisübernahme Hausarzt, Zahnärzt*in, Physiotherapie …)

  • Laufende Kosten (Miete, Löhne, Versicherungen, Kredittilgung, Steuern, Lizenzen)

  • Umsatzprognose: Realistische Einnahmenschätzung für die ersten Monate; Anfangsumsätze liegen oft unter dem Vorjahresniveau, weil Patient*innen Vertrauen aufbauen müssen.

  • Finanzreserve: Puffer für Schwankungen – wichtig in Fachgebieten mit variabler Vergütung, z. B. Psychotherapie (halber Kassensitz Psychotherapie Preis).

2.4 Praktische Tipps

  • Transparente Gespräche: Klären Sie Kreditdetails frühzeitig mit Banken oder Förderinstituten.

  • Professionelle Beratung: Ziehen Sie spezialisierte Steuerberaterinnen oder Praxiskauf-Expertinnen hinzu.

  • Checkliste Praxisübernahme: Listen Sie alle Kosten systematisch – Hilfen finden Sie im Kapitel „Checklisten & Tools“.

  • Notfallpuffer: Planen Sie Reserven, um sich auf die medizinische Arbeit konzentrieren und die Praxis langfristig sichern zu können.

3. Rechtliche Aspekte & Verträge

Neben den finanziellen Fragen spielen juristische Rahmenbedingungen bei einer Praxisübernahme eine zentrale Rolle. Zu den häufigsten Stolpersteinen gehören der Übernahmevertrag selbst, Haftungsfragen sowie arbeitsrechtliche Themen rund um das Personal.

3.1 Kaufvertrag für die Praxis

Ein Kaufvertrag Praxisübernahme regelt den Übergang sämtlicher Rechte und Pflichten. Typische Kernpunkte sind:

  • Praxiswert: Höhe und Zahlungsmodus (Sofort- oder Ratenzahlung)

  • Konkurrenz- bzw. Wettbewerbsverbot: Radius, in dem die abgebende Person keine neue Praxis eröffnen darf

  • Übergang von Inventar und Geräten: Auflistung aller mitverkauften Apparate

  • Patient*innendaten: Datenschutz­konforme Übernahme der Kartei

Häufig wird zunächst ein Vorvertrag geschlossen, um Bedingungen festzuhalten und die Transaktion abzusichern. Klare Formulierungen und juristischer Rat sind dabei unverzichtbar – besonders, wenn Personal-, Miet- oder Sonderkündigungsrechte geregelt werden sollen.

3.2 Mietvertrag oder Eigentum

Klären Sie, ob die Praxisräume gemietet oder im Eigentum des*der Abgebenden sind. Bei einem Mietverhältnis wird meist der bestehende Vertrag übernommen oder ein neuer Vertrag mit dem Vermietenden geschlossen. Prüfen Sie insbesondere

  • Laufzeit

  • Miethöhe und Betriebskosten

  • Kündigungsfristen

Übernimmt ein MVZ, gelten häufig besondere rechtliche Vorgaben; der Mietvertrag muss eindeutig regeln, wie die Raumüberlassung erfolgt und wer für Renovierungen aufkommt.

3.3 Arbeitsrechtliche Fragen

Übernehmen Sie die Praxis mitsamt Personal, bleiben bestehende Arbeitsverträge in der Regel wirksam (§ 613a BGB). Eine Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Prüfen Sie daher:

  • Übernahmeverpflichtung: Rechte der Angestellten (z. B. MFA)

  • Vertragsänderungen: Anpassungen nur mit Zustimmung der Mitarbeitenden

  • Abfindungen: Falls Personal nicht weiterbeschäftigt wird

Ein transparentes Vorgehen fördert ein gutes Arbeitsklima und langfristigen Praxiserfolg.

3.4 Weitere vertragliche Punkte

  • Versicherungen: Berufshaftpflicht, Inventar- und Betriebshaftpflicht prüfen oder neu abschließen.

  • Datenschutzvereinbarungen: Strikte Vorgaben bei der Übergabe von Patient*innendaten; im Zweifel Mustererklärung nutzen und Rechtsberatung einholen.

  • Sonstige Verträge: Liefer- und Wartungsverträge, Kooperationen mit Labors oder anderen Praxen rechtzeitig prüfen.

Eine sauber geregelte Vertragsbasis bildet das Fundament einer erfolgreichen Praxisübernahme und schafft Raum, sich auf die medizinische Arbeit und die Versorgung Ihrer Patient*innen zu konzentrieren.

4. Kassensitze & Kassenzulassung

Wer gesetzlich versicherte Patient*innen behandeln möchte, benötigt in der Regel eine Zulassung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Das gilt für den vollständigen KV-Sitz, einen halben Kassensitz Psychotherapie oder die Kassenzulassung in anderen Fachgebieten.

4.1 Was ist ein KV-Sitz?

Ein KV-Sitz sichert das Recht, an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen und mit den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Die Zulassung hat daher einen erheblichen wirtschaftlichen Wert. In Ballungszentren sind freie Sitze rar; der Preis richtet sich nach Fachgebiet, Standort und aktueller Bedarfsplanung.

4.2 Wie erhalte ich einen Kassensitz?

Meist führen drei Wege zum Ziel:

  • Nachbesetzungsverfahren – wenn eine Praxisinhaber*in in Ruhestand geht oder umzieht.

  • KV-Börsen – etwa die KV-Börse Bayern oder die KV Nordrhein Praxisbörse, auf denen freie Sitze nach Fachgebiet und Region inseriert sind.

  • Halber Kassensitz Psychotherapie – in der Psychotherapie lässt sich häufig nur ein halber Sitz übernehmen; das beeinflusst Leistungsumfang und Kosten.

Erhalten Sie den Zuschlag, stellt die KV die formale Zulassung aus (Rechtsgrundlage: Ärzte-ZV bzw. Bedarfsplanungs-Richtlinien für Psychotherapeut*innen).

4.3 Kosten und Finanzierung

Die Kosten für einen Kassensitz schwanken stark. Zusätzlich zum Kaufpreis fallen oft Zulassungs-, Gutachter- oder Beratungskosten an. Wer eine Praxis mitsamt Kassensitz übernimmt, sollte diesen Wert in die Gesamtfinanzierung einbeziehen. In Regionen ohne freie Sitze bleibt die Praxisübernahme häufig die einzige Option, an eine Zulassung zu gelangen.

4.4 Besonderheiten einzelner Fachrichtungen

  • Psychotherapie: Sonderregelungen zu Gruppengröße und Leistungsumfang.

  • Physiotherapie / Ergotherapie: Keine KV; stattdessen Zulassung direkt bei den Krankenkassen erforderlich.

  • Zahnärzt*innen: Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZVen) vergeben die Zulassungen.

Reichen Sie die Anzeige einer Praxisübernahme rechtzeitig bei der zuständigen KV oder KZV ein. Beachten Sie dabei Fristen und Formvorschriften, um Verzögerungen zu vermeiden.

5. Branchen-spezifische Besonderheiten

Jedes Fachgebiet bringt bei der Praxisübernahme eigene Anforderungen und Stolpersteine mit sich. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf Sie in den wichtigsten Disziplinen achten sollten.

5.1 Physiotherapie & Ergotherapie

Eine Praxisübernahme in der Physio- oder Ergotherapie ist beliebt, weil die neue Inhaberin sofort von einer etablierten Patient*innenbasis profitiert. Prüfen Sie jedoch sorgfältig:

  • Zulassung bei den Krankenkassen, organisiert über die Arbeitsgemeinschaften der Kassenverbände.

  • Praxisräume, die barrierefrei sind und genügend Platz für Einzel- und Gruppentherapien bieten.

  • Personal­struktur: Klären Sie früh, ob und unter welchen Bedingungen die bisherigen Therapeut*innen bleiben.

Die Kosten variieren stark und hängen neben Lage und Raumgröße vor allem vom Gerätewert – etwa Ultraschall- oder Elektrotherapieanlagen – ab.

5.2 Psychotherapie

Die Übernahme einer psychotherapeutischen Praxis ist eng an die Bedarfsplanung gebunden; oft kann lediglich ein halber Kassensitz erworben werden.

  • Preis­spanne: In Ballungsräumen sind Kassensitze deutlich teurer.

  • Datenschutz: Patient*innendaten sind besonders sensibel; die Einverständniserklärung für die Datenübertragung muss exakt formuliert sein.

  • Vertrags­gestaltung: Achten Sie auf eine eindeutige Regelung zur Patientenkartei.

Viele Übernehmende arbeiten zunächst einige Monate gemeinsam mit der abgebenden Person, um den Patient*innen einen sanften Übergang zu ermöglichen.

5.3 Zahnärzte & Kieferorthopädie

Zahnarzt- und KFO-Praxisübernahmen sind meist kapitalintensiv: Behandlungsstühle, Röntgen- und CAD/CAM-Technik verursachen hohe Anschaffungskosten.

  • KZV-Zulassung bleibt Voraussetzung für abrechenbare Leistungen.

  • Checkliste: Wartungsverträge, Röntgenschutzlizenzen, Hygienestandards, Dentaltechnik und strenge Dokumentationspflichten.

  • Personal: ZFA, Prophylaxe-Fachkräfte und evtl. Zahntechniker*innen sind für den reibungslosen Ablauf essenziell.

5.4 Logopädie, Podologie & Heilpraktiker

Auch in diesen Disziplinen lohnt ein genauer Blick auf Zulassungs- und Raumvorgaben.

  • Logopädie / Podologie: Verträge mit den Krankenkassen erforderlich, um Rezepte abrechnen zu können; Podologien unterliegen hohen Hygienestandards.

  • Heilpraktiker*innen: Arbeiten häufig rein privat; der regionale Bedarf an naturheilkundlichen Angeboten bestimmt den Praxiswert.

5.5 Radiologie, Gynäkologie, Tiermedizin

  • Radiologie: Hohe Investitionen und umfangreiche Genehmigungen für Röntgen, CT oder MRT machen ein detailliertes Finanzierungskonzept unverzichtbar.

  • Gynäkologie: Kooperationen mit Kliniken oder Geburtshäusern können Bedingung für bestimmte Leistungen sein.

  • Tierarztpraxen: Müssen apotheken- und arzneimittelrechtliche Vorgaben einhalten, sobald sie Medikamente abgeben.

Fazit: Jedes Fachgebiet braucht eine angepasste Checkliste für die Praxisübernahme. Wenn Unsicherheiten bestehen, empfiehlt sich eine spezial­isierte Beratung.

6. Personal & Arbeitsverträge

Das Praxispersonal ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Kompetente MFA, qualifizierte Therapeutinnen oder erfahrene Zahntechnikerinnen prägen die Patientenzufriedenheit maßgeblich.

6.1 Übernahme bestehender Mitarbeiter

Bei einer Praxisübernahme gehen die Arbeitsverhältnisse grundsätzlich auf die neue Inhaberschaft über (§ 613a BGB). Kündigungen sind nicht ausgeschlossen, unterliegen aber strengen arbeitsrechtlichen Vorgaben. Deshalb gilt:

  • Frühzeitig kommunizieren: Informieren Sie offen darüber, welche Rolle das Team in der neuen Praxisstruktur spielen wird.

  • Neue Vertragsgrundlagen: Besteht Einigkeit, können die Konditionen (z. B. Arbeitszeiten, Vergütung) per Änderungsvertrag angepasst werden.

  • Teambuilding fördern: Gemeinsame Besprechungen erleichtern das Kennenlernen und das Einführen neuer Abläufe.

6.2 Fachkräftemangel berücksichtigen

Der anhaltende Fachkräftemangel in vielen Gesundheitsberufen macht ein eingespieltes Team besonders wertvoll. Wer das bestehende Personal reibungslos integriert, profitiert langfristig von dessen Erfahrung und Patientenbindung.

6.3 Neue Arbeitsverträge & Gehaltsstrukturen

Auch wenn alte Verträge formal weitergelten, lohnt sich oft eine Anpassung an die neue Praxisphilosophie. Prüfen Sie dabei Tarifverträge, branchenübliche Vergütungen und gesetzliche Mindeststandards (Mindestlohn, Urlaub, Arbeitszeit).

6.4 Rollen im Praxisteam

  • MFA: Erste Anlaufstelle für Patient*innen; regelmäßige Fortbildungen sichern Qualitätsstandards.

  • Therapeut*innen: In Physio- oder Ergotherapiepraxen decken sie verschiedene Spezialisierungen ab (z. B. manuelle Therapie).

  • Verwaltungs- und Abrechnungskräfte: Vor allem in größeren Einheiten (Radiologie, MVZ) unentbehrlich für einen professionellen Betrieb.

Ein motiviertes, gut eingearbeitetes Team bildet das Rückgrat jeder erfolgreichen Praxis.

7. Datenschutz & Patientenkommunikation

Beim Praxiswechsel haben Datenschutz und transparente Kommunikation höchste Priorität.

7.1 Übergabe von Patientendaten

  • Rechtsgrundlage: DSGVO und BDSG verpflichten zur sicheren Datenverarbeitung.

  • Einverständniserklärung: Patient*innen müssen informiert werden und der Datenübernahme zustimmen; passen Sie Mustererklärungen an Ihre Situation an.

  • Sichere Übertragung: Zugriff nur für befugte Personen; verschlüsselte oder anderweitig geschützte Kanäle nutzen.

7.2 Kommunikation mit Patienten

Ein persönliches Anschreiben, ein Aushang in der Praxis oder ein Gespräch beim Termin schafft Vertrauen. Informieren Sie über den Grund der Übernahme, mögliche neue Schwerpunkte und versichern Sie die unveränderte Vertraulichkeit der Daten.

7.3 Datenschutzbeauftragter

Ab einer bestimmten Praxisgröße oder bei Verarbeitung sensibler Daten ist die Benennung einer oder eines Datenschutzbeauftragten Pflicht. Aufgaben sind u. a. Schulungen, Überwachung der DSGVO-Konformität und Erstellung eines Datenschutzkonzepts.

7.4 Patientenkartei & Archivierung

Medizinische Dokumentationen müssen in der Regel zehn Jahre, teils länger, aufbewahrt werden. Prüfen Sie beim Übergang, ob alle Unterlagen lückenlos und korrekt archiviert sind.

8. Kauf & Verkauf von Praxen

Nicht jeder übernimmt eine Praxis direkt von Kolleginnen; manche geben ihre Praxis auch ganz ab oder verkaufen Anteile. Dieser Abschnitt zeigt, wie Kauf und Verkauf ablaufen und worauf Sie achten sollten.

8.1 Praxis verkaufen

Wer seine Praxis aus Alters- oder anderen Gründen abgeben möchte, sollte den Übergang frühzeitig planen. Zentrale Punkte sind:

  • Praxiswert ermitteln: Standort, Fachgebiet, Umsatz, Patientenzahl und Ausstattung bestimmen den realistischen Wert.

  • Vermarktung: Regionale Anzeigen („Arztpraxis zu verkaufen“), Online-Börsen oder die KV-Börse (z. B. KV Bayern) sprechen gezielt Käufer*innen an.

  • Timing: Eine langfristige Vorbereitung erhöht die Chance auf einen angemessenen Preis und eine passende Nachfolge.

  • Übergabe: Der Verkauf umfasst auch Personal, Patientenakten und Versicherungsverträge. Transparente Kommunikation ist hier der Schlüssel.

8.2 Praxis kaufen

Beim Praxiskauf stehen meist folgende Kriterien im Vordergrund:

  • Standort & Patient*innenpotenzial

  • Wirtschaftliche Kennzahlen: Umsatz, Gewinn, laufende Kosten, Investitionsbedarf

  • Vertragsbestand: Miet-, Liefer- und Personalverträge

Der Kaufvertrag wird in der Regel notariell beurkundet; Musterverträge dienen nur als Ausgangspunkt und müssen individuell angepasst werden.

8.3 Vorvertrag und Probephase

Ein Vorvertrag kann Kaufpreis, Übergabetermin und Probephase festlegen. Letztere ermöglicht es, Abläufe kennenzulernen und Patient*innen einen sanften Übergang zu bieten – gerade in Psychotherapie- oder Zahnarztpraxen ist das hilfreich.

8.4 Praxisschließung

Findet sich keine Nachfolge, bleibt die Schließung. Ärztinnen und Therapeutinnen müssen Patient*innen informieren, den Verbleib der Akten sichern und – bei Kassenzulassung – die KV formell verständigen (z. B. per Anzeige in der lokalen Presse und Aushang in der Praxis).

9. Checklisten & Tools

Gut strukturierte Checklisten helfen, alle Schritte der Praxisübernahme zu koordinieren.

Allgemeine Checkliste Praxisübernahme

  1. Praxiswert ermitteln

  2. Finanzierungsbedarf klären (z. B. Kredit / Fördermittel)

  3. Miet- oder Immobilienvertrag sichern

  4. Personal-, Arbeits- und Versicherungsverträge prüfen

  5. Liefer- und Wartungsverträge durchsehen

  6. Anträge bei KV oder Kostenträgern stellen

  7. Datenschutzmaßnahmen und Einverständniserklärungen vorbereiten

Fachspezifische Checklisten

  • Physiotherapie: Geräte, Zulassungen, Raumgröße, Fortbildungen

  • Zahnmedizin: Dentaltechnik, Röntgenlizenzen, Sterilisationsprozesse

  • Psychotherapie: Kassensitz, Patient*innendaten, ggf. halber Sitz

Finanz- und Planungstools

  • Kalkulationsrechner für Kaufpreis / laufende Kosten

  • KfW-Kredit-Rechner Praxisübernahme

  • Beratungsangebote von Apobank, Steuerberaterinnen, Fachanwältinnen

Kommunikationshilfen

  • Vorlagen für Anzeigen in Zeitungen oder Online-Portalen

  • Muster für Patient*innen-Anschreiben und Einverständniserklärungen

Eine klare Aufgabenverteilung innerhalb des Teams verhindert, dass wichtige Schritte übersehen werden.

10. FAQ

  1. Was ist bei einer Praxisübernahme zu beachten?
    Führen Sie zunächst eine umfassende Ist-Analyse durch: Praxiswert, Gerätebestand, Personalstruktur und rechtliche Besonderheiten (Kaufvertrag, KV-Sitz, Mietvertrag). Klären Sie Finanzierung und Datenschutz. Eine Checkliste hilft, alle Punkte systematisch abzuarbeiten.

  2. Wie viel kostet eine Praxisübernahme im Durchschnitt?
    Der Preis schwankt stark nach Fachgebiet, Standort, Umsatz und Ausstattung. Er reicht von einigen Zehntausend Euro (kleine Praxen) bis zu mehreren Hunderttausend Euro oder mehr (z. B. Radiologie mit teurer Technik). Auch ein halber Psychotherapie-Sitz kann regional hohe Summen erfordern.

  3. Wie finanziere ich die Übernahme am besten?
    Gängige Optionen sind Bankkredite – etwa über Apobank oder KfW –, regionale Förderprogramme, private Darlehen oder Leasingmodelle für Großgeräte. Ein stichhaltiger Businessplan ist Voraussetzung für Zusagen.

  4. Welche Fristen muss ich bei KV oder KZV beachten?
    Setzen Sie sich früh mit der zuständigen KV bzw. KZV in Verbindung. Die Zulassungsanträge müssen meist mehrere Monate vor der geplanten Übergabe eingehen; die Fristen variieren je nach Bundesland und Fachrichtung.

  5. Kann ich das Personal der alten Praxis kündigen?
    Bestehende Arbeitsverträge bleiben grundsätzlich bestehen (§ 613a BGB). Kündigungen sind nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich. In der Praxis lohnt es sich häufig, das eingespielte Team zu übernehmen.

  6. Wie gestalte ich die Übergabe von Patient*innendaten rechtlich korrekt?
    Beachten Sie die DSGVO und das BDSG. Informieren Sie Patient*innen über die Übergabe und holen Sie ihr Einverständnis ein (Mustererklärung anpassen). Übertragen Sie Daten ausschließlich verschlüsselt oder über gesicherte Kanäle.

  7. Gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei Praxisübernahme?
    Unter Umständen ja – etwa im Miet- oder Liefervertragsrecht. Prüfen Sie, ob der Übernahmevertrag entsprechende Klauseln enthält, und lassen Sie sich im Zweifel anwaltlich beraten.

  8. Was passiert, wenn keine Nachfolge gefunden wird?
    Kommt es zur Praxisschließung, müssen Patientinnen informiert und Akten ordnungsgemäß archiviert werden. Einen Kassensitz können Sie nur übertragen, wenn die KV ein Nachbesetzungsverfahren genehmigt und sich eine Käufer*in findet.

  9. Muss ich den bisherigen Praxisnamen behalten?
    Nein. Viele behalten ihn wegen des regionalen Bekanntheitsgrads, andere entscheiden sich für einen neuen Namen oder ein neues Corporate Design, um einen Neuanfang zu signalisieren.

  10. Wo finde ich weitere Unterstützung?
    Berufsverbände, Ärztekammern, KVen, spezialisierte Steuerberaterinnen und Fachanwältinnen für Medizinrecht bieten Beratung. Seminare zur Praxisübernahme, etwa bei der Apobank, vermitteln zusätzliches Know-how.

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