Nicht sicher, was Ihre Einrichtung braucht?
In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir Ihre Anforderungen und empfehlen die passende Lösung, herstellerunabhängig und auf Augenhöhe.
Deutschlandweit für Sie im Einsatz
Remote-Support bundesweit, Vor-Ort-Service in allen Metropolregionen, mit festen Ansprechpartnern für Ihre Einrichtung.
Welches System passt zu Ihrer Praxis?
In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir Anforderungen, Zeitplan und Kosten, herstellerunabhängig und auf Augenhöhe.
Praxisübernahme: bestehende Strukturen richtig bewerten
Ein eingeführter Patientenstamm ist viel wert, ein veralteter Serverschrank kostet. Wir prüfen die Praxis, die Sie übernehmen wollen, bevor Sie unterschreiben.
- Praxisbewertung und Kaufpreisprüfung
- Due Diligence auch für IT und Verträge
- Übergabe ohne Bruch im Praxisbetrieb
Von der Einzelpraxis bis zur Klinik: über 500 Einrichtungen vertrauen uns.
Was die Praxis wirklich wert ist
Der geforderte Preis und der tatsächliche Wert liegen oft auseinander. Entscheidend ist, was nach der Übernahme an Umsatz übrig bleibt, nicht was in der Vergangenheit erwirtschaftet wurde.
- Bewertung nach anerkannten Verfahren statt nach Bauchgefühl
- Prüfung von Scheinzahlen, Leistungsspektrum und Abrechnungsstruktur
- Bewertung des Inventars, oft ist es weniger wert als angesetzt
- Einschätzung, wie viele Patienten dem Wechsel folgen


Due Diligence bis in den Serverschrank
Mietvertrag, Personal, Geräte, Software: Vieles wird erst nach der Unterschrift zum Thema. Wir schauen vorher hin, besonders bei der IT, denn dort schlummern die teuersten Überraschungen.
- Prüfung von Miet-, Arbeits- und Wartungsverträgen auf Übertragbarkeit
- IT-Bestandsaufnahme: Alter der Systeme, Lizenzen, Datenschutz, offene Investitionen
- Kontrolle der Telematik-Anbindung und der PVS-Lizenzsituation
- Klare Liste, was Sie nach der Übernahme sofort investieren müssen
Finanzierung und Vertrag
Banken finanzieren Übernahmen gern, wenn die Zahlen belastbar sind. Der Kaufvertrag entscheidet danach darüber, wer welche Risiken trägt.
- Finanzierungskonzept mit mehreren Banken verglichen
- Aufbereitung der Unterlagen aus der Due Diligence für die Bank
- Abstimmung der Vertragspunkte mit Ihrem Anwalt und Steuerberater
- Regelungen zu Gewährleistung, Wettbewerbsverbot und Übergabezeitraum


Übergabe ohne Bruch
Patienten und Personal merken sofort, wenn eine Übernahme holprig läuft. Die ersten Wochen entscheiden darüber, wie viele bleiben.
- Übergabeplan mit gemeinsamer Phase, wenn der Abgeber es mitträgt
- Team frühzeitig eingebunden statt vor vollendete Tatsachen gestellt
- IT-Umstellung außerhalb der Sprechzeiten, Daten vollständig migriert
- Kommunikation an Patienten und Zuweiser vorbereitet
Verlässlichkeit in Zahlen
Seit über einem Jahrzehnt betreiben wir die IT medizinischer Einrichtungen in ganz Deutschland, von der Einzelpraxis bis zur Klinik. Diese Zahlen stehen dafür.
Beratung vereinbarenAlle Bausteine Ihrer Praxisübernahme
Von der Suche bis zum ersten eigenen Sprechtag: Diese Themen entscheiden darüber, ob die Übernahme trägt.
Praxissuche & Auswahl
Passende Objekte finden und aussortieren, was nicht zu Ihnen passt.
- Suche über KV-Börsen & Netzwerk
- Erstbewertung mehrerer Objekte
- Fachrichtung & Standort abgeglichen
Praxisbewertung
Was ist die Praxis wert, was ist sie Ihnen wert?
- Bewertung nach anerkannten Verfahren
- Prüfung der Abrechnungszahlen
- Inventar realistisch angesetzt
Due Diligence
Verträge, Personal, Technik: prüfen, bevor unterschrieben wird.
- Miet- & Arbeitsverträge geprüft
- IT- & Lizenzbestand aufgenommen
- Investitionsstau sichtbar gemacht
Finanzierung
Konditionen vergleichen und die Bank überzeugen.
- Mehrere Finanzierer verglichen
- Unterlagen bankfähig aufbereitet
- Begleitung ins Bankgespräch
Vertrag & Verhandlung
Der Kaufvertrag regelt, wer welche Risiken trägt.
- Verhandlungsstrategie & Preisargumente
- Abstimmung mit Anwalt & Steuerberater
- Gewährleistung & Übergabezeitraum
Zulassung & Nachbesetzung
Das Nachbesetzungsverfahren hat eigene Regeln und Fristen.
- Ablauf & Fristen im Blick
- Ausschreibung über die KV
- Anstellung als Alternative geprüft
IT-Übernahme
Bestehende Systeme prüfen, modernisieren oder ersetzen.
- PVS übernehmen oder wechseln
- TI-Anbindung & Zertifikate geklärt
- Datenmigration rechtssicher
Übergabe & Team
Patienten und Personal durch den Wechsel begleiten.
- Übergabeplan mit dem Abgeber
- Team frühzeitig eingebunden
- Kommunikation an Patienten
Praxis-IT, auf die Ärzte vertrauen
Referenzfoto folgt in FramerCardiolounge
Privatpraxis für Kardiologie
Komplette IT-Planung und Umsetzung bei der Gründung der Privatpraxis, von der ersten Konzeption über die Einrichtung bis zur laufenden Betreuung im Praxisbetrieb.
Zur Erfolgsgeschichte
Referenzfoto folgt in FramerDr. Baron
Arztpraxis
Modernisierung der gesamten Praxis-IT mit neuem lokalem Server für rund 20 Arbeitsplätze, für einen stabilen und sicheren Betrieb im Praxisalltag.
Zur Erfolgsgeschichte
Referenzfoto folgt in FramerDr. Richter
Kinderheilkunde
Modernisierung der kompletten Praxis-IT der Kinderarztpraxis und seitdem laufende Betreuung im täglichen Betrieb.
Zur Erfolgsgeschichte
Referenzfoto folgt in FramerWildnauer Therapiezentrum
Therapiezentrum, zwei Standorte
Cloud-Migration für rund 50 Arbeitsplätze an zwei Standorten, inklusive Firewall, zentraler Datensicherung und rund 40 Tablets im Mobile Device Management.
Zur Erfolgsgeschichte
Referenzfoto folgt in FramerDr. Easwaran
Arztpraxis
Zuverlässige IT-Betreuung für den gesamten Praxisalltag, mit festen Ansprechpartnern und schnellen Reaktionszeiten.
Zur Erfolgsgeschichte
Referenzfoto folgt in FramerDr. Semmler
Arztpraxis
Moderne IT-Infrastruktur und laufende Betreuung der Praxis, damit sich das Team voll auf die Patienten konzentrieren kann.
Zur ErfolgsgeschichteWas für Ihre Übernahme gilt
Eine Einzelpraxis zu übernehmen ist etwas anderes, als in eine BAG einzusteigen oder eine Praxis in ein MVZ zu überführen.
Einzelpraxis übernehmen
Der klassische Einstieg
- Bewertung, Due Diligence und Finanzierung aus einer Hand
- IT-Bestand geprüft und, wo nötig, modernisiert
- Begleitung durch das Nachbesetzungsverfahren
- Gesellschaftsvertrag und Anteilsbewertung geprüft
Einstieg in eine BAG
Übernahme von Anteilen
- Bestehende Strukturen und Abläufe bewertet
- Abstimmung mit den künftigen Partnern
- Mehrere Praxen bewertet und integriert
- Standortübergreifende IT und einheitliches PVS
Übernahme ins MVZ
Übernahme als Träger
- Zulassungen und ärztliche Leitung koordiniert
- Medizintechnik- & Subsystem-Integration
- KRITIS-taugliche Prozesse & Nachweise
- KHZG-Projekte geplant & umgesetzt
Unsere Leistungsmodelle
Drei Wege zur Zusammenarbeit. Sie entscheiden, wie viel Sie selbst übernehmen und wo wir Verantwortung tragen.
Projektumsetzung
Ein konkreter Auftrag mit Festpreis: etwa Bewertung und Due Diligence einer Praxis, die Sie ins Auge gefasst haben.
- Praxisbewertung mit Bericht
- IT- & Vertrags-Due-Diligence
- Investitionsliste für die Zeit danach
Übernahmebegleitung
Wir begleiten den gesamten Prozess von der Suche bis zur Übergabe und halten Ihnen den Rücken frei.
- Objektsuche & Vorauswahl
- Verhandlung & Finanzierung begleitet
- Übergabe und IT-Umstellung gesteuert
Punktuelle Beratung
Sie führen die Verhandlung selbst und holen uns gezielt zu einzelnen Fragen dazu.
- Zweitmeinung zum Kaufpreis
- Prüfung einzelner Verträge
- IT-Bestandsaufnahme separat
In 4 Schritten zur übernommenen Praxis
Von der ersten Besichtigung bis zum eigenen Praxisschild vergehen meist sechs bis zwölf Monate.
Suchprofil & Vorauswahl
Wir klären, was Sie suchen, und sortieren die Objekte aus, die daran vorbeigehen.
Bewertung & Due Diligence
Zahlen, Verträge und Technik werden geprüft, bevor über den Preis gesprochen wird.
Verhandlung & Finanzierung
Der Kaufpreis wird begründet verhandelt, die Finanzierung parallel aufgesetzt.
Übergabe & Neustart
Die Praxis wechselt den Inhaber, ohne dass Patienten und Team den Bruch spüren.
Praxisübernahme leicht gemacht: Der Leitfaden für Ärztinnen, Therapeuten und andere Heilberufe
1. Einführung & Grundlagen
Die Übernahme einer bestehenden Praxis – gleich ob Haus-, Zahn-, Physio- oder Psychotherapiepraxis – ist ein spannendes, zugleich vielschichtiges Vorhaben. Viele Kolleg*innen haben diesen Schritt bereits erfolgreich vollzogen oder stehen kurz davor und fragen sich, ob eine Praxisübernahme sie langfristig weiterbringt. Unabhängig davon, ob Sie eine gesamte Praxis oder lediglich einen KV-Sitz erwerben: Gründliche Planung und ein fundiertes Verständnis aller Schritte sind entscheidend.
Dieser Leitdfaden gibt einen strukturierten Überblick über alle Themen, die bei einer Praxisübernahme für Ärzte und andere Heilberufe relevant sind. Wir beleuchten rechtliche Fragen, zeigen Wege zur Kosten- und Finanzierungsplanung und erklären, wie Sie einen KV-Sitz – z. B. über die KV-Börse Bayern oder die KV Nordrhein Praxisbörse – erwerben. Außerdem erfahren Sie, wie Sie den Praxiswert ermitteln, Verträge rechtssicher ausgestalten und fachrichtungsspezifische Besonderheiten berücksichtigen. Auch die Frage, welche Punkte bei einer altersbedingten Praxisschließung wichtig sind, kommt zur Sprache.
1.1 Warum lohnt sich eine Praxisübernahme?
Sie profitieren von einer bestehenden Patientenkartei, eingespieltem Personal und einem etablierten Ruf am Standort. Voraussetzung ist jedoch, Stolpersteine frühzeitig zu erkennen und auszuräumen.
Wichtige Begrifflichkeiten und Ziele
Praxisübernahme: Erwerb einer etablierten Praxis inklusive Ausstattung, Patientenstamm und Mitarbeitenden.
Kassensitz / KV-Sitz: Zulassung zur vertragsärztlichen oder vertragspsychotherapeutischen Tätigkeit.
Abschreibung Praxiswert: Möglichkeiten, den Kaufpreis steuerlich geltend zu machen.
Kassenzulassung: Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung oder andere Stellen, um gesetzlich Versicherte behandeln zu dürfen.
In den folgenden Abschnitten gehen wir Schritt für Schritt auf alle relevanten Themen ein und liefern praxisnahe Empfehlungen. Ziel ist es, Ihnen eine solide Basis zu bieten, damit Ihre Praxisübernahme erfolgreich gelingt.
2. Kosten & Finanzierung
Die finanziellen Aspekte sind häufig der größte Knackpunkt bei einer Praxisübernahme. Ob Kosten für den Kauf eines KV-Sitzes, die Investition in medizinische Geräte oder laufende Betriebskosten: Eine gründliche Vorbereitung erleichtert den Start und beugt finanziellen Engpässen vor.
2.1 Ermittlung der Kosten
Verschaffen Sie sich zunächst einen vollständigen Überblick über alle Kostenposten:
Kauf- bzw. Übernahmepreis: Preis für die Praxis; stark abhängig von Fachgebiet (Allgemeinmedizin, Radiologie, Zahnmedizin …), Standort und Umsatz.
Praxiswert & Abschreibung: Wert von Ausstattung, Apparaten und Patientenstamm; steuerlich über die Praxiswert-Abschreibung nutzbar.
Notarkosten & Gebühren: Kaufverträge, ggf. Handelsregister, Muster- oder Arbeitsverträge.
Renovierung & Modernisierung: Zusätzliche Kosten bei baulich veralteten Praxen.
Personalübernahme: Höhere Personalkosten beim Übergang, Abfindungen oder neue Verträge.
Kassensitz kaufen (Preis): Separater Kaufpreis für einen KV-Sitz; stark schwankend je nach Zulassungsbezirk (z. B. KV Bayern, KV Nordrhein).
Laufende Fixkosten: Miete, Versicherungen, Sachmittel, Softwarelizenzen (Praxisverwaltung), Wareneinkauf, Leasingverträge für Großgeräte usw.
Merke: Eine praxisnahe Kalkulation verhindert finanzielle Überraschungen.
2.2 Finanzierungsmöglichkeiten
Bei Praxisübernahmen setzen Ärzt*innen und andere Heilberufler häufig auf klassische Bankkredite. Typische Anlaufstellen: Apobank (spezialisiert auf Heilberufe), regionale Volksbanken oder Sparkassen sowie der KfW-Kredit Praxisübernahme. Wichtige Konzepte:
Eigenkapital: Eigenmittel verbessern Kreditkonditionen.
Förderprogramme: Zuschüsse für ländliche oder unterversorgte Regionen.
Bürgschaften: Einige KVen (z. B. KV Bayern) unterstützen junge Ärzt*innen mit Bürgschaften.
Tilgungsfreie Zeiträume: Banken gewähren oft tilgungsfreie Startphasen, damit Sie sich auf den Praxisaufbau konzentrieren können.
2.3 Finanzplan und Umsatzprognose
Ein solider Finanzplan umfasst:
Anschaffungs- und Übernahmekosten (Praxisübernahme Hausarzt, Zahnärzt*in, Physiotherapie …)
Laufende Kosten (Miete, Löhne, Versicherungen, Kredittilgung, Steuern, Lizenzen)
Umsatzprognose: Realistische Einnahmenschätzung für die ersten Monate; Anfangsumsätze liegen oft unter dem Vorjahresniveau, weil Patient*innen Vertrauen aufbauen müssen.
Finanzreserve: Puffer für Schwankungen – wichtig in Fachgebieten mit variabler Vergütung, z. B. Psychotherapie (halber Kassensitz Psychotherapie Preis).
2.4 Praktische Tipps
Transparente Gespräche: Klären Sie Kreditdetails frühzeitig mit Banken oder Förderinstituten.
Professionelle Beratung: Ziehen Sie spezialisierte Steuerberaterinnen oder Praxiskauf-Expertinnen hinzu.
Checkliste Praxisübernahme: Listen Sie alle Kosten systematisch – Hilfen finden Sie im Kapitel „Checklisten & Tools“.
Notfallpuffer: Planen Sie Reserven, um sich auf die medizinische Arbeit konzentrieren und die Praxis langfristig sichern zu können.
3. Rechtliche Aspekte & Verträge
Neben den finanziellen Fragen spielen juristische Rahmenbedingungen bei einer Praxisübernahme eine zentrale Rolle. Zu den häufigsten Stolpersteinen gehören der Übernahmevertrag selbst, Haftungsfragen sowie arbeitsrechtliche Themen rund um das Personal.
3.1 Kaufvertrag für die Praxis
Ein Kaufvertrag Praxisübernahme regelt den Übergang sämtlicher Rechte und Pflichten. Typische Kernpunkte sind:
Praxiswert: Höhe und Zahlungsmodus (Sofort- oder Ratenzahlung)
Konkurrenz- bzw. Wettbewerbsverbot: Radius, in dem die abgebende Person keine neue Praxis eröffnen darf
Übergang von Inventar und Geräten: Auflistung aller mitverkauften Apparate
Patient*innendaten: Datenschutzkonforme Übernahme der Kartei
Häufig wird zunächst ein Vorvertrag geschlossen, um Bedingungen festzuhalten und die Transaktion abzusichern. Klare Formulierungen und juristischer Rat sind dabei unverzichtbar – besonders, wenn Personal-, Miet- oder Sonderkündigungsrechte geregelt werden sollen.
3.2 Mietvertrag oder Eigentum
Klären Sie, ob die Praxisräume gemietet oder im Eigentum des*der Abgebenden sind. Bei einem Mietverhältnis wird meist der bestehende Vertrag übernommen oder ein neuer Vertrag mit dem Vermietenden geschlossen. Prüfen Sie insbesondere
Laufzeit
Miethöhe und Betriebskosten
Kündigungsfristen
Übernimmt ein MVZ, gelten häufig besondere rechtliche Vorgaben; der Mietvertrag muss eindeutig regeln, wie die Raumüberlassung erfolgt und wer für Renovierungen aufkommt.
3.3 Arbeitsrechtliche Fragen
Übernehmen Sie die Praxis mitsamt Personal, bleiben bestehende Arbeitsverträge in der Regel wirksam (§ 613a BGB). Eine Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Prüfen Sie daher:
Übernahmeverpflichtung: Rechte der Angestellten (z. B. MFA)
Vertragsänderungen: Anpassungen nur mit Zustimmung der Mitarbeitenden
Abfindungen: Falls Personal nicht weiterbeschäftigt wird
Ein transparentes Vorgehen fördert ein gutes Arbeitsklima und langfristigen Praxiserfolg.
3.4 Weitere vertragliche Punkte
Versicherungen: Berufshaftpflicht, Inventar- und Betriebshaftpflicht prüfen oder neu abschließen.
Datenschutzvereinbarungen: Strikte Vorgaben bei der Übergabe von Patient*innendaten; im Zweifel Mustererklärung nutzen und Rechtsberatung einholen.
Sonstige Verträge: Liefer- und Wartungsverträge, Kooperationen mit Labors oder anderen Praxen rechtzeitig prüfen.
Eine sauber geregelte Vertragsbasis bildet das Fundament einer erfolgreichen Praxisübernahme und schafft Raum, sich auf die medizinische Arbeit und die Versorgung Ihrer Patient*innen zu konzentrieren.
4. Kassensitze & Kassenzulassung
Wer gesetzlich versicherte Patient*innen behandeln möchte, benötigt in der Regel eine Zulassung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Das gilt für den vollständigen KV-Sitz, einen halben Kassensitz Psychotherapie oder die Kassenzulassung in anderen Fachgebieten.
4.1 Was ist ein KV-Sitz?
Ein KV-Sitz sichert das Recht, an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen und mit den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Die Zulassung hat daher einen erheblichen wirtschaftlichen Wert. In Ballungszentren sind freie Sitze rar; der Preis richtet sich nach Fachgebiet, Standort und aktueller Bedarfsplanung.
4.2 Wie erhalte ich einen Kassensitz?
Meist führen drei Wege zum Ziel:
Nachbesetzungsverfahren – wenn eine Praxisinhaber*in in Ruhestand geht oder umzieht.
KV-Börsen – etwa die KV-Börse Bayern oder die KV Nordrhein Praxisbörse, auf denen freie Sitze nach Fachgebiet und Region inseriert sind.
Halber Kassensitz Psychotherapie – in der Psychotherapie lässt sich häufig nur ein halber Sitz übernehmen; das beeinflusst Leistungsumfang und Kosten.
Erhalten Sie den Zuschlag, stellt die KV die formale Zulassung aus (Rechtsgrundlage: Ärzte-ZV bzw. Bedarfsplanungs-Richtlinien für Psychotherapeut*innen).
4.3 Kosten und Finanzierung
Die Kosten für einen Kassensitz schwanken stark. Zusätzlich zum Kaufpreis fallen oft Zulassungs-, Gutachter- oder Beratungskosten an. Wer eine Praxis mitsamt Kassensitz übernimmt, sollte diesen Wert in die Gesamtfinanzierung einbeziehen. In Regionen ohne freie Sitze bleibt die Praxisübernahme häufig die einzige Option, an eine Zulassung zu gelangen.
4.4 Besonderheiten einzelner Fachrichtungen
Psychotherapie: Sonderregelungen zu Gruppengröße und Leistungsumfang.
Physiotherapie / Ergotherapie: Keine KV; stattdessen Zulassung direkt bei den Krankenkassen erforderlich.
Zahnärzt*innen: Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZVen) vergeben die Zulassungen.
Reichen Sie die Anzeige einer Praxisübernahme rechtzeitig bei der zuständigen KV oder KZV ein. Beachten Sie dabei Fristen und Formvorschriften, um Verzögerungen zu vermeiden.
5. Branchen-spezifische Besonderheiten
Jedes Fachgebiet bringt bei der Praxisübernahme eigene Anforderungen und Stolpersteine mit sich. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf Sie in den wichtigsten Disziplinen achten sollten.
5.1 Physiotherapie & Ergotherapie
Eine Praxisübernahme in der Physio- oder Ergotherapie ist beliebt, weil die neue Inhaberin sofort von einer etablierten Patient*innenbasis profitiert. Prüfen Sie jedoch sorgfältig:
Zulassung bei den Krankenkassen, organisiert über die Arbeitsgemeinschaften der Kassenverbände.
Praxisräume, die barrierefrei sind und genügend Platz für Einzel- und Gruppentherapien bieten.
Personalstruktur: Klären Sie früh, ob und unter welchen Bedingungen die bisherigen Therapeut*innen bleiben.
Die Kosten variieren stark und hängen neben Lage und Raumgröße vor allem vom Gerätewert – etwa Ultraschall- oder Elektrotherapieanlagen – ab.
5.2 Psychotherapie
Die Übernahme einer psychotherapeutischen Praxis ist eng an die Bedarfsplanung gebunden; oft kann lediglich ein halber Kassensitz erworben werden.
Preisspanne: In Ballungsräumen sind Kassensitze deutlich teurer.
Datenschutz: Patient*innendaten sind besonders sensibel; die Einverständniserklärung für die Datenübertragung muss exakt formuliert sein.
Vertragsgestaltung: Achten Sie auf eine eindeutige Regelung zur Patientenkartei.
Viele Übernehmende arbeiten zunächst einige Monate gemeinsam mit der abgebenden Person, um den Patient*innen einen sanften Übergang zu ermöglichen.
5.3 Zahnärzte & Kieferorthopädie
Zahnarzt- und KFO-Praxisübernahmen sind meist kapitalintensiv: Behandlungsstühle, Röntgen- und CAD/CAM-Technik verursachen hohe Anschaffungskosten.
KZV-Zulassung bleibt Voraussetzung für abrechenbare Leistungen.
Checkliste: Wartungsverträge, Röntgenschutzlizenzen, Hygienestandards, Dentaltechnik und strenge Dokumentationspflichten.
Personal: ZFA, Prophylaxe-Fachkräfte und evtl. Zahntechniker*innen sind für den reibungslosen Ablauf essenziell.
5.4 Logopädie, Podologie & Heilpraktiker
Auch in diesen Disziplinen lohnt ein genauer Blick auf Zulassungs- und Raumvorgaben.
Logopädie / Podologie: Verträge mit den Krankenkassen erforderlich, um Rezepte abrechnen zu können; Podologien unterliegen hohen Hygienestandards.
Heilpraktiker*innen: Arbeiten häufig rein privat; der regionale Bedarf an naturheilkundlichen Angeboten bestimmt den Praxiswert.
5.5 Radiologie, Gynäkologie, Tiermedizin
Radiologie: Hohe Investitionen und umfangreiche Genehmigungen für Röntgen, CT oder MRT machen ein detailliertes Finanzierungskonzept unverzichtbar.
Gynäkologie: Kooperationen mit Kliniken oder Geburtshäusern können Bedingung für bestimmte Leistungen sein.
Tierarztpraxen: Müssen apotheken- und arzneimittelrechtliche Vorgaben einhalten, sobald sie Medikamente abgeben.
Fazit: Jedes Fachgebiet braucht eine angepasste Checkliste für die Praxisübernahme. Wenn Unsicherheiten bestehen, empfiehlt sich eine spezialisierte Beratung.
6. Personal & Arbeitsverträge
Das Praxispersonal ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Kompetente MFA, qualifizierte Therapeutinnen oder erfahrene Zahntechnikerinnen prägen die Patientenzufriedenheit maßgeblich.
6.1 Übernahme bestehender Mitarbeiter
Bei einer Praxisübernahme gehen die Arbeitsverhältnisse grundsätzlich auf die neue Inhaberschaft über (§ 613a BGB). Kündigungen sind nicht ausgeschlossen, unterliegen aber strengen arbeitsrechtlichen Vorgaben. Deshalb gilt:
Frühzeitig kommunizieren: Informieren Sie offen darüber, welche Rolle das Team in der neuen Praxisstruktur spielen wird.
Neue Vertragsgrundlagen: Besteht Einigkeit, können die Konditionen (z. B. Arbeitszeiten, Vergütung) per Änderungsvertrag angepasst werden.
Teambuilding fördern: Gemeinsame Besprechungen erleichtern das Kennenlernen und das Einführen neuer Abläufe.
6.2 Fachkräftemangel berücksichtigen
Der anhaltende Fachkräftemangel in vielen Gesundheitsberufen macht ein eingespieltes Team besonders wertvoll. Wer das bestehende Personal reibungslos integriert, profitiert langfristig von dessen Erfahrung und Patientenbindung.
6.3 Neue Arbeitsverträge & Gehaltsstrukturen
Auch wenn alte Verträge formal weitergelten, lohnt sich oft eine Anpassung an die neue Praxisphilosophie. Prüfen Sie dabei Tarifverträge, branchenübliche Vergütungen und gesetzliche Mindeststandards (Mindestlohn, Urlaub, Arbeitszeit).
6.4 Rollen im Praxisteam
MFA: Erste Anlaufstelle für Patient*innen; regelmäßige Fortbildungen sichern Qualitätsstandards.
Therapeut*innen: In Physio- oder Ergotherapiepraxen decken sie verschiedene Spezialisierungen ab (z. B. manuelle Therapie).
Verwaltungs- und Abrechnungskräfte: Vor allem in größeren Einheiten (Radiologie, MVZ) unentbehrlich für einen professionellen Betrieb.
Ein motiviertes, gut eingearbeitetes Team bildet das Rückgrat jeder erfolgreichen Praxis.
7. Datenschutz & Patientenkommunikation
Beim Praxiswechsel haben Datenschutz und transparente Kommunikation höchste Priorität.
7.1 Übergabe von Patientendaten
Rechtsgrundlage: DSGVO und BDSG verpflichten zur sicheren Datenverarbeitung.
Einverständniserklärung: Patient*innen müssen informiert werden und der Datenübernahme zustimmen; passen Sie Mustererklärungen an Ihre Situation an.
Sichere Übertragung: Zugriff nur für befugte Personen; verschlüsselte oder anderweitig geschützte Kanäle nutzen.
7.2 Kommunikation mit Patienten
Ein persönliches Anschreiben, ein Aushang in der Praxis oder ein Gespräch beim Termin schafft Vertrauen. Informieren Sie über den Grund der Übernahme, mögliche neue Schwerpunkte und versichern Sie die unveränderte Vertraulichkeit der Daten.
7.3 Datenschutzbeauftragter
Ab einer bestimmten Praxisgröße oder bei Verarbeitung sensibler Daten ist die Benennung einer oder eines Datenschutzbeauftragten Pflicht. Aufgaben sind u. a. Schulungen, Überwachung der DSGVO-Konformität und Erstellung eines Datenschutzkonzepts.
7.4 Patientenkartei & Archivierung
Medizinische Dokumentationen müssen in der Regel zehn Jahre, teils länger, aufbewahrt werden. Prüfen Sie beim Übergang, ob alle Unterlagen lückenlos und korrekt archiviert sind.
8. Kauf & Verkauf von Praxen
Nicht jeder übernimmt eine Praxis direkt von Kolleginnen; manche geben ihre Praxis auch ganz ab oder verkaufen Anteile. Dieser Abschnitt zeigt, wie Kauf und Verkauf ablaufen und worauf Sie achten sollten.
8.1 Praxis verkaufen
Wer seine Praxis aus Alters- oder anderen Gründen abgeben möchte, sollte den Übergang frühzeitig planen. Zentrale Punkte sind:
Praxiswert ermitteln: Standort, Fachgebiet, Umsatz, Patientenzahl und Ausstattung bestimmen den realistischen Wert.
Vermarktung: Regionale Anzeigen („Arztpraxis zu verkaufen“), Online-Börsen oder die KV-Börse (z. B. KV Bayern) sprechen gezielt Käufer*innen an.
Timing: Eine langfristige Vorbereitung erhöht die Chance auf einen angemessenen Preis und eine passende Nachfolge.
Übergabe: Der Verkauf umfasst auch Personal, Patientenakten und Versicherungsverträge. Transparente Kommunikation ist hier der Schlüssel.
8.2 Praxis kaufen
Beim Praxiskauf stehen meist folgende Kriterien im Vordergrund:
Standort & Patient*innenpotenzial
Wirtschaftliche Kennzahlen: Umsatz, Gewinn, laufende Kosten, Investitionsbedarf
Vertragsbestand: Miet-, Liefer- und Personalverträge
Der Kaufvertrag wird in der Regel notariell beurkundet; Musterverträge dienen nur als Ausgangspunkt und müssen individuell angepasst werden.
8.3 Vorvertrag und Probephase
Ein Vorvertrag kann Kaufpreis, Übergabetermin und Probephase festlegen. Letztere ermöglicht es, Abläufe kennenzulernen und Patient*innen einen sanften Übergang zu bieten – gerade in Psychotherapie- oder Zahnarztpraxen ist das hilfreich.
8.4 Praxisschließung
Findet sich keine Nachfolge, bleibt die Schließung. Ärztinnen und Therapeutinnen müssen Patient*innen informieren, den Verbleib der Akten sichern und – bei Kassenzulassung – die KV formell verständigen (z. B. per Anzeige in der lokalen Presse und Aushang in der Praxis).
9. Checklisten & Tools
Gut strukturierte Checklisten helfen, alle Schritte der Praxisübernahme zu koordinieren.
Allgemeine Checkliste Praxisübernahme
Praxiswert ermitteln
Finanzierungsbedarf klären (z. B. Kredit / Fördermittel)
Miet- oder Immobilienvertrag sichern
Personal-, Arbeits- und Versicherungsverträge prüfen
Liefer- und Wartungsverträge durchsehen
Anträge bei KV oder Kostenträgern stellen
Datenschutzmaßnahmen und Einverständniserklärungen vorbereiten
Fachspezifische Checklisten
Physiotherapie: Geräte, Zulassungen, Raumgröße, Fortbildungen
Zahnmedizin: Dentaltechnik, Röntgenlizenzen, Sterilisationsprozesse
Psychotherapie: Kassensitz, Patient*innendaten, ggf. halber Sitz
Finanz- und Planungstools
Kalkulationsrechner für Kaufpreis / laufende Kosten
KfW-Kredit-Rechner Praxisübernahme
Beratungsangebote von Apobank, Steuerberaterinnen, Fachanwältinnen
Kommunikationshilfen
Vorlagen für Anzeigen in Zeitungen oder Online-Portalen
Muster für Patient*innen-Anschreiben und Einverständniserklärungen
Eine klare Aufgabenverteilung innerhalb des Teams verhindert, dass wichtige Schritte übersehen werden.
10. FAQ
Was ist bei einer Praxisübernahme zu beachten?
Führen Sie zunächst eine umfassende Ist-Analyse durch: Praxiswert, Gerätebestand, Personalstruktur und rechtliche Besonderheiten (Kaufvertrag, KV-Sitz, Mietvertrag). Klären Sie Finanzierung und Datenschutz. Eine Checkliste hilft, alle Punkte systematisch abzuarbeiten.Wie viel kostet eine Praxisübernahme im Durchschnitt?
Der Preis schwankt stark nach Fachgebiet, Standort, Umsatz und Ausstattung. Er reicht von einigen Zehntausend Euro (kleine Praxen) bis zu mehreren Hunderttausend Euro oder mehr (z. B. Radiologie mit teurer Technik). Auch ein halber Psychotherapie-Sitz kann regional hohe Summen erfordern.Wie finanziere ich die Übernahme am besten?
Gängige Optionen sind Bankkredite – etwa über Apobank oder KfW –, regionale Förderprogramme, private Darlehen oder Leasingmodelle für Großgeräte. Ein stichhaltiger Businessplan ist Voraussetzung für Zusagen.Welche Fristen muss ich bei KV oder KZV beachten?
Setzen Sie sich früh mit der zuständigen KV bzw. KZV in Verbindung. Die Zulassungsanträge müssen meist mehrere Monate vor der geplanten Übergabe eingehen; die Fristen variieren je nach Bundesland und Fachrichtung.Kann ich das Personal der alten Praxis kündigen?
Bestehende Arbeitsverträge bleiben grundsätzlich bestehen (§ 613a BGB). Kündigungen sind nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich. In der Praxis lohnt es sich häufig, das eingespielte Team zu übernehmen.Wie gestalte ich die Übergabe von Patient*innendaten rechtlich korrekt?
Beachten Sie die DSGVO und das BDSG. Informieren Sie Patient*innen über die Übergabe und holen Sie ihr Einverständnis ein (Mustererklärung anpassen). Übertragen Sie Daten ausschließlich verschlüsselt oder über gesicherte Kanäle.Gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei Praxisübernahme?
Unter Umständen ja – etwa im Miet- oder Liefervertragsrecht. Prüfen Sie, ob der Übernahmevertrag entsprechende Klauseln enthält, und lassen Sie sich im Zweifel anwaltlich beraten.Was passiert, wenn keine Nachfolge gefunden wird?
Kommt es zur Praxisschließung, müssen Patientinnen informiert und Akten ordnungsgemäß archiviert werden. Einen Kassensitz können Sie nur übertragen, wenn die KV ein Nachbesetzungsverfahren genehmigt und sich eine Käufer*in findet.Muss ich den bisherigen Praxisnamen behalten?
Nein. Viele behalten ihn wegen des regionalen Bekanntheitsgrads, andere entscheiden sich für einen neuen Namen oder ein neues Corporate Design, um einen Neuanfang zu signalisieren.Wo finde ich weitere Unterstützung?
Berufsverbände, Ärztekammern, KVen, spezialisierte Steuerberaterinnen und Fachanwältinnen für Medizinrecht bieten Beratung. Seminare zur Praxisübernahme, etwa bei der Apobank, vermitteln zusätzliches Know-how.
Jetzt Praxis prüfen lassen, bevor Sie unterschreiben
Schicken Sie uns die Eckdaten der Praxis, wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen und was der Preis hergibt.

